Schimmel an der Wand ist keine Seltenheit

Fast jede dritte Wohnung innerhalb Deutschlands ist von Schimmel befallen. Die meisten Schimmelpilzarten sind zwar harmlos, einige können jedoch Infektionen und Allergien auslösen. Am ehesten ist bei Alten, Kranken, Kindern und Allergikern von einer gesundheitlichen Gefährdung durch den Schimmelpilzbefall auszugehen. Schimmel an der Wand ist unschön, kann gesundheitsschädlich sein und sollte folglich möglichst schnell fachgerecht beseitigt werden.

Wo kommt der Schimmel her?

Schimmelpilze verbreiten sich wie andere Pilze mittels Sporen. Sporen kann man sich ähnlich wie Samen vorstellen, nur sind sie aufgrund ihrer einfacheren Bauart noch widerstandsfähiger. Schimmelpilzsporen sind sehr klein und werden von der Luft wie Staubteilchen getragen. Somit verbreiten sie sich einfach, auch über weite Distanzen.

Wie entwickelt sich die Spore zu Schimmelbefall an meiner Wand?

Sporen verbreiten sich wie Staubteilchen über die Luft und setzen sich auf ihrer Wand ab.  Dort können sie sich zu Schimmelpilzen entwickeln. Schimmelsporen benötigen zur Keimung eine bestimmte Feuchtigkeit und zum Wachstum eine Nährstoffquelle. Beides findet der Schimmel häufig an der Wohnungswand. Kondenswasser wie es zum Beispiel durch Wärmebrücken in Ecken und Fensterleibungen entsteht kann ein ausreichend feuchtes Milieu für die Sporenkeimung liefern. Beim Nährstoffbedarf ist die Spore sehr genügsam, zufliegende Staubteilchen oder die in Tapeten vorhandene Zellulose ist für ihr Wachstum ausreichend. Darüber hinaus beeinflussen weitere Faktoren wie Sauerstoffgehalt, Temperatur und pH-Wert der Oberfläche das Wachstum.

Der Schimmelbefall auf ihrer Wand ist somit zurückzuführen auf:

- Eine ausreichend vorhandene Feuchte das Schimmelsporen keimen können

- Einem ausreichend vorhandenen Nährstoffangebot das gekeimte Schimmelsporen sich zu Schimmelpilzen entwickeln können

- Darüber hinaus begünstigende Faktoren wie ausreichender Sauerstoffgehalt, eine ausreichende Temperatur und ein für das Wachstum günstiger pH-Wert von ca. 1,5 bis ca. 10,5

Wie kann ich den Schimmel an der Wand entfernen?

Wie oben dargestellt ist Schimmel in der Wohnung meist auf Feuchte zurückzuführen. In der Regel kann man Feuchtigkeit die in der Wohnung vorhanden ist zwei Gruppen zuordnen. Es handelt sich entweder um Baufeuchte oder aber Raumfeuchte. Beide Feuchtigkeitsursachen liefern die Grundlage für Schimmelbefall in der Wohnung. Beide kann man in den Griff bekommen und somit die Bedingung für den Keimprozess der Sporen beseitigen. Bevor nun auf die Beseitigung von Bau- und Raumfeuchte eingegangen wird werden nachfolgend beide Begriffe knapp erklärt.

Baufeuchte:

Von Baufeuchte spricht man, wenn Feuchtigkeit von außen ins Mauerwerk eindringt. Beispiele hierfür sind, Risse in der Außenwand, mangelhafte  Abdichtung im Sockelbereich zur Bodenplatte undichte Dächer etc.. Hier reicht es nicht das Pilzgeflecht oberflächlich zu entfernen. Es muss erst die Ursache für den Baumangel beseitigt werden um eine erfolgreiche Sanierung zu gewährleisten. An den Stellen, wo der Pilz beseitigt worden ist, sollten anschließend ausschließlich mineralische Anstriche und Putze verwendet werden, welche atmungsaktiv (diffusionsfähig) sind, damit eventuell vorhandene Restfeuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen kann. Nicht tragfähiger (zerstörter, weicher) Putz muss bis zum tragfähigen Untergrund entfernt werden. Verzichten sie auf Tapeten, da diese wieder einen Nährboden für den Schimmelpilz darstellen.

Bei Baufeuchte sollten sie immer einen Fachmann zu Rate ziehen.

Raumfeuchte:

Raumfeuchte ist Feuchtigkeit die im Gebäude durch alltägliche Tätigkeiten entsteht. Übliche Ursachen für Raumfeuchte sind z.B. kochen, waschen und schwitzen. Raumfeuchte ist dementsprechend in bewohnten Räumen völlig normal. In der Regel ist Raumfeuchte durch ausreichendes und richtiges Lüften in den Griff zu bekommen. Problematisch wird es an sogenannten Wärmebrücken. Wärmebrücken entstehen wenn eine bestimmte Luftfeuchtigkeit vorhanden ist und ein Temperaturunterschied zwischen innerhalb und außerhalb der Wohnung vorhanden ist, Beispielsweise im Winter. Unter diesen Bedingungen schlägt sich die Feuchtigkeit am kältesten Punkt nieder. Dieser kälteste Punkt ist in der Wohnung in der Regel die Außenmauer oder Fensterleibung. Man kann sich eine Wärmebrücke gut vorstellen wie ein Flasche kaltes Wasser, die man im Sommer aus dem Kühlschrank holt. Auch hier bilden sich schnell Wassertropfen am kältesten Punkt, dem Taupunkt.

Beschränken der Raumfeuchte durch richtiges Lüften

Je nach Ausmaß der Raumfeuchte kann man dieser schon durch richtiges Lüften Herr werden. Die wichtigsten Punkte für richtiges Lüften sind:

Fenster nicht kippen: Ziel des Lüftens ist es möglichst schnell die durch schwitzen, kochen und duschen mit Feuchtigkeit angereicherte Luft durch weniger feuchte zu tauschen. Bei einem gekippten Fenster ist dies nicht zu erreichen – der Effekt ist gleich null.

Stoßlüften als Mittel der Wahl: Richtiges Stoßlüften sorgt für einen schnellen Luftaustausch doch was ist „richtiges“ Stoßlüften? Richtig Stoßlüften bedeutet für einen Durchzug sorgen. Idealerweise bedeutet das alle Fenster für fünf bis zehn Minuten zu öffnen.

Die Beschränkung der Raumfeuchte durch Lüftung ist sicher immer sinnvoll jedoch gibt es durchaus Fälle in denen dies nicht ausreichend sein kann. Ein Beispiel ist eine „durchnässte“ Tapete an Außenwänden oder in Ecken von Fenstern, die Feuchtigkeit auch über die Lüftung hinaus speichert und so weiterhin den Schimmelsporen die Möglichkeit zum Keimen gibt.

Beseitigung der Feuchte durch bauliche Maßnahmen

Die beste Möglichkeit ist die Wärmebrücke zu beseitigen. Dies ist z.B. durch Dämmung von außen oder innen möglich. Außendämmungen lassen sich allerdings nicht immer durchführen (Beispiel Denkmalschutz).  Dämmung ist allerdings abgesehen von der Machbarkeit auch immer eine Kostenfrage und für Mieter zum Beispiel nicht alleine zu entscheiden.

Minimierung der Raumfeuchte durch mineralischen Putz

Mineralische Anstriche sind im Gegensatz zu herkömmlichen Dispersionsfarben in der Lage Feuchtigkeit aufzunehmen und schnell wieder abzugeben.

Des Weiteren sollten sie darauf achten, dass der Anstrich über einen hohen pH-Wert verfügt, der Schimmelpilzwachstum hindert. Auch hier sollten alte Tapeten und Anstriche bis zum tragfähigen Putz entfernt werden.

Mineralische Anstrichsysteme mit sehr hohem pH-Wert  (ab 11) eignen sich besonders gut zur Entfernung von Schimmelpilz. Der hohe pH-Wert (basisch) verhindert das Wachstum der meisten Schimmelpilze nachhaltig. Schimmelpilzzellen, die eventuell noch im Putz vorhanden sind, werden durch dieses basische Milieu eingebettet und unschädlich gemacht.

Weitere Anstrichsysteme die gute Ergebnisse erzielen wirken durch Silbernanopartikel. Diese sind allerdings eher als Prophylaxe gedacht. Kalk, der auch einen relativ hohen pH-Wert hat erzielt ebenfalls gute Ergebnisse. Allerdings ist bei Kalk nicht klar ob dieser Anstriche auf einer noch restfeuchten Wand auch wirksam ist.

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